v336: Handwärmkugel oder Wärmeapfel
Sehr seltener Wärmeapfel (Handwärmkugel) aus Messing, Mitte 18. Jh.; Durchmesser 12,5 cm; die beiden durch ein Scharnier verbundenen Hälften werden ineinander gesteckt und mir einem Haken verschlossen; beide Kalotten haben ornamentartig angeordnete Löcher; innen befindet sich eine kardanische Aufhängung in Form eines Ringgehänges mit 3 Ringen; die gravierten floralen Verzierungen zeigen Blüten und Vögel in Durchbruchtechnik; in der kardanischen Aufhängung hängt ein früher vermutlich mit Öl beheizter Brenner; komplett mit Ölbrenner und gut funktionierender kardanischer Aufhängung; äußerer Zustand des Stückes sehr gut. Es sind nur recht wenige Exemplare dieser seltenen Wärmeäpfel bekannt; diese befinden sich zumeist in Museen. Schon im 12. Jh. und teilweise früher besaßen Aristokratie und Klerus diese Handwärmer. Der Schwerpunkt der Produktion lag vermutlich im 13. Jh.; gegen Ende des 18. Jh. lief die Produktion aus. Auch im Gebiet des heutigen Frankreich waren diese Geräte als chauffe-mains, escaufaileoder oder pomme à chauffer mains bekannt. Sie entsprechen in Englang dem chafing-ball, chalfer oder chaufer. Diese Handwärmer dürfen nicht mit den meist größeren und stark im Orient vertretenen Räucherkugeln verwechselt werden; ; es gab auch in einer kleinern Ausführung ähnliche geräte als Duftkugeln(auch Pomander oder Bisamapfel), die am Körper zur Verbesserung des Geruchs oder zur Abwehr gegen Krankheiten getragen wurden. Fast gleiches Exemplar wie in: Schiedlausky, Günther. Kühlkugel und Wärmapfel. Forschungshefte Herausgegeben vom Bayerischen Nationalmuseum München, München-Berlin 1884, S. 92 Abb. 65).
1250.- EUR


